Künstliche Intelligenz verändert, welche Möglichkeiten wir heute im Marketing haben. Wir haben einen Sparringspartner stets an unserer Seite, der uns hilft, schneller Ideen und Inhalte zu produzieren, eben diese zu reflektieren und insgesamt effizienter zu arbeiten. Tools wie ChatGPT, Claude oder Midjourney ermöglichen es, Texte, Ideen und Visuals in Rekordzeit zu produzieren. Was früher Tage dauerte, entsteht heute auf Knopfdruck.
Wie stellen wir sicher, dass aus Geschwindigkeit keine Austauschbarkeit wird?
Doch was nach Effizienz klingt, birgt eine zentrale Herausforderung: Gerade im B2B-Marketing für die IT-Branche, wo erklärungsbedürftige Produkte und komplexe Entscheidungsprozesse die Regel sind, führt einen schnell produzierter Content eher selten ans Ziel.
KI kann viel. Aber nicht alles.
KI-generierter Content ist schnell, aber oft auch generisch. Typische Beispiele gefällig?
- „Heben Sie Ihr Business auf das nächste Level.“
- „Entfesseln Sie das volle Potenzial Ihrer Lösung.“
- „Maximieren Sie Effizienz, Produktivität und Erfolg.“
Diese Floskeln klingen vertraut, oder? Sie sind zu glatt, zu oft bereits verwendet worden und damit leider absolut austauschbar. Sie sind in tausenden Texten im Umlauf, erzeugen kaum Resonanz und lassen die Botschaft eines Unternehmens verschwimmen, statt es zu schärfen.
Der Grund:
Künstliche Intelligenz versteht keine Unternehmensstrategie, Markenidentität, oder die Facetten einer Zielgruppe. Sie liefert Sprache, kann aber die feinen Nuancen, wie wir Inhalte wahrnehmen und welche Wirkung sie auf uns haben, nicht replizieren.
Was es braucht: Strategisches Denken, klare Ziele und fachliches Know-how
Der entscheidende Erfolgsfaktor beim Einsatz von KI im B2B-IT-Marketing ist deshalb nicht das Tool selbst – sondern die Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie genutzt wird. Das bedeutet:
- ein klares strategisches Ziel, auf das alle Maßnahmen einzahlen
- fundiertes Wissen über Zielgruppen, Märkte und Entscheidungslogiken
- ein differenzierendes Messaging und klare Positionierung
- ein Gefühl für Tonalität, Fachlichkeit und Nuancen
KI ist nur so gut, wie die Menschen, die sie bedienen
Viele Unternehmen hoffen, mit KI fehlende Ressourcen und Wissen zu kompensieren: „Wir haben keine Zeit, also lassen wir KI die Inhalte machen.“
Das Ergebnis ist nicht selten ein Wust aus Content, der schnell produziert, und ebenso schnell wieder vergessen ist.
Unserer Erfahrung nach entsteht echter Mehrwert dort, wo KI als Sparringspartner eingesetzt wird und nicht als Autopilot. Wo Ideen, die von der KI vorgeschlagen werden, mit Fachwissen, strategischem Feingefühl und unternehmerischem Denken hinterfragt und optimiert werden.
Die größten Risiken beim Einsatz von KI im Marketing
- Inhaltsflut statt Mehrwert
Je einfacher Content produziert wird, desto mehr entsteht davon, und nicht immer mit der nötigen Planung. Ohne klares Ziel wird Kommunikation schnell beliebig. - Verlust der Markenidentität
Wenn Texte, Claims und Headlines zu generisch klingen, geht die Botschaft dahinter verloren und die Inhalte verpuffen, ohne bei der Zielgruppe Anklang gefunden zu haben. - Fehlender fachlicher Tiefgang
Gerade im IT-Kontext ist Expertise gefragt: KI kennt zwar die Begriffe, kann aber nicht ihre Tragweite im konkreten Marktumfeld oder im Zusammenspiel innerhalb des Geschäftsmodells nicht einordnen.
Vertrauensverlust bei der Zielgruppe
Professionelle Entscheider:innen merken sofort, ob sie es mit fundiertem Fachwissen oder bloß glattpolierten Phrasen zu tun haben.
Unsere Learnings aus der Praxis
Bei Pier9 arbeiten wir seit Monaten mit verschiedenen KI-Tools und testen ihr Für und Wider im Marketing-Alltag. Was wir gelernt haben:
- KI ist ein starkes Tool, aber kein Ersatz für strategisches Denken.
- Wir brauchen ein klares Ziel, auf das alle Marketingaktivitäten einzahlen.
- Fachliches Know-how und Positionierung sind entscheidend, um sich vom Wettbewerb abzuheben.
- Die besten Ergebnisse entstehen dort, wo wir mit KI im Sparring arbeiten, und nicht im Autopilot-Modus.
Fazit: Nicht schneller um jeden Preis, sondern besser, mit Köpfchen und mit Struktur
KI im IT-Marketing ist kein Selbstläufer. Sie kann ein echter Effizienzgewinn sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und sie kann ihre Chancen verwirken, wenn sie unreflektiert eingesetzt wird.